Unsere Lehrer

Natella Yakimov



Stlv. Leiterin des Zentrums der russischen Sprache der Stiftung „Russkiy mir"


Projektleitung:

Samstagsschule „Perspektiv"

Kinder-Sprachakademie „Puschkin"

Sommercamp „Planet D"

Diskussionsklub

Kinocafe


Kursleiterin für:

Happy Englischfür Vorschulkinder

Easy Englisch für Grundschulkinder

Nachhilfe Englisch

Englisch für Erwachsene


Ich heiße Natella Walerjewna Yakimov. Die Geschichte meiner kleinen Familie stimmt chronologisch mit der Geschichte des Landes überein, welches auf der Weltkarte nicht mehr existiert. Meine Großmutter kam in Georgien zur Welt, verlor aber sehr früh ihre Eltern. Die schweren Zeiten nach der Oktoberrevolution verbrachte sie in einem Waisenhaus in Saratov. Nach der Schule ging sie nach Moskau, an die dortige Timirjazev Akademie. Nach ihrem Abschluss wurde sie mit ihrem Mann, meinem Großvater, von der Jugendorganisation KOMSOMOL zum Aufbau der Landwirtschaft nach Tadschikistan geschickt.

Der Großvater wurde nach dem Beginn des 2. Weltkrieges in die Armee eingezogen. Er fiel 1944 in Zhitomir. Die Großmutter blieb mit der kleinen Tochter, meiner Mutter, in Tadschikistan. Sie gab diesem Land ihr ganzes Leben und ihr Talent. Großmutter war eine angesehene Agrochemikerin, die viele Tierfuttersorten entwickelte.

Meine Mutter hat 40 Jahre im schulischen Bereich gearbeitet. Zuerst an einer Schule als Lehrerin der Russischen Sprache und Literatur. Später leitete sie die städtische Abteilung für Methodik, schrieb Lehr- und Methodikbücher der russischen Sprache für die Schulen. Unser Haus stand immer offen für Menschen, viele Lehrer kamen zur Mutter, um sich beraten zu lassen.

Ihr größter Traum war eine eigene Schule, in der das Hauptaugenmerk auf der kreativen Ausbildung der Kinder läge. Der Zerfall des Landes ab Beginn der 90-er Jahre stellte einen Schlusspunkt in ihrem Leben, wie auch in dem meiner Großmutter und vieler anderer Menschen dar. 

Großmutter starb 1995, Mutter – 1997. In meinem Herzen bewahre ich eine große Liebe, herzliches Andenken und tiefen Respekt gegenüber diesen zwei schönen und starken Persönlichkeiten. Es ist unschwer zu erkennen, wie Mutter und Großmutter mein Leben beeinflussten. Ich hatte eine wundervolle Kindheit, besuchte den besten Kindergarten der Stadt und begann schon damals, mich mit der Musik zu beschäftigen. Anschließend war ich an der besten und berühmtesten Schule von Dushanbe mit starker Prägung der englischen Sprache.  

Nach dem Schulabschluss begann ich an der Fremdsprachenfakultät am  Pädagogischen Staatsinstitut von Tadschikistan ein Studium. Nach dem Abschluss 1983 begann ich 1985 am Novosibirsker Handelsinstitut mit einem zweiten Studium, welches ich als Ökonom abschloss. 1992 siedelte ich mit meinem Mann und meiner kleinen Tochter, auf der Suche nach einem neuen Wohnort, nach Russland über. 

Ich habe an einer Schule als Englischlehrerin gearbeitet, besuchte meine Mutter und Großmutter in Duschanbe, um sie zum Umzug zu bewegen. Im Endeffekt gab es die beiden nach schweren Krankheiten nicht mehr, meine Ehe zerfiel und ich entschloss mich, mit meiner Tochter nach Deutschland zu gehen. So kam es, dass ich 1997 mit der fünfjährigen Tochter nach Nürnberg kam.   

Hier fand ich meinen Vater, der nach einem glücklichen Zufall mit seiner neuen Familie aus Taschkent nach Nürnberg kam. Zurzeit arbeite ich im Russisch-Deutschen Kulturzentrum und bin sehr glücklich, dass ich auch hier meinem Traumberuf, den Kindern dabei zu helfen, die Welt zu erkunden, nachgehen kann.

So ist mein Schicksal – in dem ich bereits in einer dritten Variante lebe. Zuerst das sonnige Dushanbe, meine geliebte Schule, die großartige Mutter und die gütigste Großmutter, zwei Institute, interessante Arbeit. Dann der Bürgerkrieg in Tadschikistan, schwerste Verluste an geliebten Menschen, das Leben in Russland in den wilden 90er Jahren. Und jetzt – Deutschland… 

 

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